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Ein Schiff stellt sich vor
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Die GLORIA bei ihrer Ankunft im Elmshorner Hafen vor ihrer Restaurierung, im Jahr 2001 |
| Schiffstyp | Einmastiger Frachtewer mit Gaffelsegeln, als Giek-Ewer getakelt, heute Traditionsschiff für 21 Passagiere |
| Rumpfform | Stählernes Heckschiff mit Holzboden, heute aus Stahl |
| Bauwerft | D.W.Kremer & Sohn, Elmshorn |
| Baujahr | 1898, restauriert 2001 - 2008 |
| Fahrtgebiet | Niederelbe mit Nebenflüssen, Küstengewässer |
| Vermessung 1967 | Länge über alles 15,48 m, Breite 4,64 m, Tiefgang ohne Zuladung 0,64 m,Tragfähigkeit: 40,583 t | Vermessung 2004 | Länge 14,06, Länge über alles 15,56 m, Breite 4,65 m, Breite über alles 5,10 m,Seitenhöhe 1,41 m, BRZ 20, NRZ 6 | Maschine | 1929: 25 PS; 1967: Jastram 50 PS ; ca. 1978: Deutz 3 Zyl.; 2003: Vetus-Deutz DT 43, 78 kW/ 106 PS |
|
Nr. |
Jahre |
Eigner |
Name |
Heimathafen |
Unt.Signal |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 1898-1926 | Johannes Pickenpack, Neuenkirchen, später Höhen | GLORIA | Lühe | BSR |
| 2 | 1926-1935 | Hinrich Johann Meier | GLORIA ab 1928: META II |
Finkenwerder | - |
| 3 | 1935-1965 | Deutsche Werft AG, Hamburg | D.W.6 | Hamburg | - |
| 4 | 1965 | Fa. Willy Harms, Inh. Hellmut Sack, Hamburg | MAX | Hamburg | - |
| 5 | 1965-1994 | Cäsar Eckelmann & Söhne OHG, Hamburg | MAX | Hamburg | - |
| 6 | 1994-2000 | Hinrich K.P.Vogeler, Hamburg | MAX | Hamburg | - |
| 7 | 2000-2001 | Hinrich Brunckhorst, Hamburg | MAX | Hamburg | - |
| 8 | ab 2001 | Ewer GLORIA e.V. Elmshorn | GLORIA | Elmshorn | DISN |
Veränderungen nach dem Bau:
Seit 1928 „Motorschute“ ohne Mast und Takelage. Bei der Fa. Eckelmann zunächst als Kleintransporter genutzt, dann lange aufliegend. Der Holzboden wurde durch Stahl ersetzt (vermutlich 1978). 1978 wurde das Holzdeck, die hölzernen Kummings und eine Schiebeluken-Konstruktion in Stahl erneuert. Fast unverändert blieben bis heute die wesentlichen Elemente Rumpf mit Ausnahme des Bodens und der Schanz, wobei allerdings die Form nicht verändert wurde.
In den Jahren 2001-2008 wurde die GLORIA zum Traditionsschiff umgebaut.
Der Rumpf wurde saniert. Dabei wurde das Vorschiff unter Einhaltung der historischen Form fast komplett erneuert. Im Heck wurden einige Balkweger erneuert, ansonsten wurde die historisch besonders interessante Heckpartie lediglich entrostet. Der Stahlboden wurde erneuert. Direkt hinter dem Mast wurde ein Schott mit Kriechdurchgang eingebaut. Im Heck wurde ein nicht historisches Schott durch ein neues Schott ersetzt, das jedoch einige Spanten vorlicher gesetzt wurde, um Platz für den neuen Motor (Vetus-Deutz, 4 Zylinder, 106 PS) zu schaffen. Auf dem stählernen Flachboden befindet sich ein Flächenkühler für den geschlossenen Kühlkreislauf für den Motor. Das bisherige Deck und kleine Aufbauten aus Riffelblech wurden entfernt und das Deck in der Form aus dem Baujahr wieder hergestellt, jedoch aus Stahl. Auf dem Vorschiff wurde hinter dem Ankerspill ein Niedergang aus Stahl mit Holzabdeckung und Holztüren eingebaut. Das Kistluk wurde unter Wahrung der traditionellen Form mit einem Skylight versehen. Der Einstieg in den ehemaligen Laderaum erfolgt durch eine hölzerne Luke an Backbordseite. An Steuerbordseite befindet sich ein Aufstellfenster für die darunter befindliche Kombüse (Gasherd, Kühlschrank, Waschbecken mit fließend warm und kalt Wasser). Der Laderaum ist mit einer verschalkten Persenning über Holzbohlen abgedeckt. Am Heck wurde die ursprüngliche Pinnensteuerung nachgebaut. Der Einstieg in den Waschraum mit WC im Heck erfolgt über eine hölzerne Schiebeluke.
Im Vorschiff wurden drei Kojen, die auch als Sitzplätze dienen können, sowie Borde eingebaut. Im ehemaligen Laderaum wurden sechs Kojen eingebaut, die ebenfalls als Sitzplätze an Tischen dienen können. Alle Kojen haben das Ausmaß von Betten (ca. 90 x 200 cm) und verfügen über Kojenlampen. Im Achterschiff befindet sich hinter einer Trennwand der Motor. An der Trennwand ist ein Waschbecken mit fließend warm und kalt Wasser sowie Notdusche angebracht. Im Heck befindet sich ein WC mit elektrisch betriebenem Ab- und Zulauf. Alle Räume unter Deck haben zumindest partiell Stehhöhe und sind über Schiffsleitern von Deck aus erreichbar.
Im Jahr 2006 wurde der Klappmast gesetzt. 2007 wurden der Großbaum und die Gaffel angebracht, ebenso die Seitenschwerter mit Schwertklampen sowie jeweils eine Bedieneinheit mit handbetriebenen Winschen. Die GLORIA verfügt über eine 12V elektrische Anlage mit zwei Batterien. Die Sicherheitsausrüstung entspricht der Traditionsschiffverordnung. Hierzu gehören unter anderem eine Seefunkanlage mit GMDSS, eine EPIRB, zwei Hand-Seefunkgeräte, Rettungsinseln, pyrotechnische Signale.
Ende 2008 wurden der klappbare Klüverbaum gefertigt und montiert. Im November konnte die erste Fahrt mit voller Besegelung einschließlich Klüver absolviert werden. Das Jahr 2009 diente der besseren Abstimmung des Riggs und dem Sammeln erster Segelerfahrungen mit der GLORIA. So stellte sich heraus, dass die Großbaumnock bei Seegang kaum in die Halterung einzubringen war. Abhilfe schafften ein Haltetau und eine Talje, die den Großbaum in der Dierk hängend an der Nock fest halten. Das wilde Schlagen der Gaffel beim Bergen des Großsegels im Seegang wurde zur Sicherheit durch Lazy Jacks unterbunden, die nur hierfür aufgezogen und ansonsten am Mast unauffällig untergebracht sind.
Deutlich wurde, dass das Segeln mit der GLORIA nicht mit dem auf einer modernen Yacht zu vergleichen ist. Zwar sind alle Bedienteile ebenfalls von Deck aus zu erreichen, wie bei Ewern üblich, zusammengefasst ist aber ein deutlich intensiveres Eingehen darauf erforderlich, was „das Schiff will“. Hierzu braucht man eine gewisse Lässigkeit, Geduld und sehr viel Fingerspitzengefühl. Dafür lohnt sich das moderne „Zupfen am Segel“ zur optimalen Einstellung kaum. Gegen den Wind anzukreuzen ist sehr wenig erfolgreich. Vor dem Wind empfiehlt sich hingegen das Kreuzen, um eine stabilere Lage zu erzielen. Bei optimalem seitlichem bis raumem Wind von ca. 5 Bft. erreichte die GLORIA in stehendem Wasser eine Geschwindigkeit von bis zu 7 kn. Auffallend ist auch dann der geringe Krängungswinkel, bedingt durch die große Breite des Schiffsrumpfes von 4,65 m im Verhältnis zu seiner Länge von 14,06 m. Der nach wie vor völlig flache Boden ohne Ansatz irgendeines Kiels führt trotz der Seitenschwerter zu einem kräftigen seitlichen Versatz und hieraus resultierend einem großen Winkel zwischen der tatsächlichen Fahrtrichtung und der Mittellinie des Schiffes.
